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Szenario 4 — sokratisches Sparring zur Studienarbeit

Sparring zur Seminararbeit

Sokratischer Dialog statt Textproduktion: Wir schärfen dein Thema zu einer Fragestellung, bauen daraus Suchstrings für Fachdatenbank, Katalog, Scholar und ResearchGate — und trainieren das Prompten für die weitere Recherche.

Hier entsteht keine Zeile deiner Arbeit. Genannte Literatur ist nie ein Treffer, sondern ein Suchweg: Jede Quelle prüfst du selbst in Katalog oder Datenbank.

  1. 1 · Sokratischer Dialog

    Erst die Frage, dann die Suche. Im Dialog wird aus dem Thema eine Fragestellung mit Fall, Zeitraum und Vergleich.

  2. 2 · Recherche-Werkstatt

    Begriffe in Suchbloecke uebersetzen und daraus Suchstrings fuer Fachdatenbank, Katalog, Scholar und ResearchGate bauen.

  3. 3 · Prompt-Coach

    Vorlagen fuer die weitere KI-Recherche — mit eingebauten Grenzen gegen erfundene Quellen.

1 · Sokratischer Dialog

Die Frage schärfen

Ansprache

Bleibt in diesem Browser gespeichert und gilt für die Dialoge. Kein Pflichtfeld.

Leitfragen und Grenzen dieses Modus
  • Was ist der Pruefungsrahmen — Seminar, Umfang, Abgabetermin, Bewertungskriterien?
  • Was interessiert dich an dem Thema wirklich, jenseits der Seminarvorgabe?
  • Welche zwei Begriffe tragen deine Frage — und welcher davon ist noch unscharf?
  • Was waere ein Befund, der dich ueberraschen wuerde?
  • Wo hast du bisher gesucht, mit welchen Suchbegriffen, und was kam heraus?
  • Keine Textproduktion fuer die Arbeit — keine Einleitung, kein Fazit, keine Formulierungen
  • Keine erfundenen Titel, DOIs oder Seitenzahlen: nur Suchwege, die du selbst pruefst
  • Kein Ersatz fuer die Betreuung und keine Aussage ueber deine Note

2 · Recherche-Werkstatt

Recherche-Werkstatt

Ein Block je tragendem Begriff, Synonyme mit Komma getrennt. Daraus entstehen Suchstrings in der jeweiligen Fachsyntax — Blöcke werden mit AND, Synonyme mit OR verbunden.

EBSCO / Fachdatenbank

Begutachtete Fachaufsaetze mit kontrolliertem Vokabular (Thesaurus), Peer-Review-Filter und sauberen Feldern. Der Ort fuer den belastbaren Kern der Arbeit.

Zugriff meist nur ueber den Uni-Login (Shibboleth/VPN). Buecher und graue Literatur fehlen weitgehend.

  • Suche zuerst im Feld TI (Titel) und AB (Abstract), erst dann im Volltext — sonst ertrinkst du in Treffern.
  • Trunkierung mit * (organisat* findet Organisation, organisational, organizational).
  • Nachbarschaftssuche N3 statt AND: „macht N3 wissen“ findet beide Woerter im Abstand von drei Woertern.
  • Nach dem ersten Treffer die vergebenen Subject Terms (SU) uebernehmen — das ist die Sprache der Datenbank, nicht deine.
  • Limiter setzen: Peer Reviewed, Zeitraum, Sprache, Publikationstyp.

Suchstring

Trage oben mindestens einen Begriff ein.

Bibliothekskatalog / OPAC

Buecher, Sammelbaende, Handbuecher, Reihen — und die Frage, was tatsaechlich im Regal oder lizenziert verfuegbar ist. Handbuchartikel sind der schnellste Einstieg in ein fremdes Feld.

Einzelne Aufsaetze aus Zeitschriften sind im klassischen Katalog oft nicht erschlossen.

  • Mit dem Schlagwort (GND/SWD) arbeiten, nicht mit deinem Alltagswort — ein Treffer, dann dessen Schlagwoerter weiterklicken.
  • Notation/Systemstelle notieren und einmal physisch am Regal danebenschauen: Nachbarschaft schlaegt Suchmaschine.
  • Verfuegbarkeit pruefen, sonst Fernleihe oder Subito — dauert Tage, also frueh bestellen.
  • Neueste Auflage nehmen, aber im Literaturverzeichnis der aelteren nach Klassikern suchen.

Suchstring

Trage oben mindestens einen Begriff ein.

Google Scholar

Breiter Ersteinstieg und vor allem Zitationsketten: „Zitiert von“ fuehrt vorwaerts durch die Debatte, das Literaturverzeichnis rueckwaerts.

Unsauber indexiert, Predatory Journals und Seminararbeiten laufen mit. Kein Peer-Review-Filter, keine Qualitaetskontrolle.

  • Phrasensuche in Anfuehrungszeichen, Ausschluss mit Minus, Titelsuche mit allintitle:.
  • Zeitraum links eingrenzen und einmal bewusst nur die letzten drei Jahre ansehen — dann den Forschungsstand rueckwaerts aufrollen.
  • „Zitiert von“ ist die eigentliche Funktion: Schneeball vorwaerts vom Schluesseltext aus.
  • Bibliothekslinks in den Einstellungen aktivieren, damit lizenzierte Volltexte auftauchen.
  • Jeden Treffer im Katalog oder in der Fachdatenbank gegenpruefen, bevor er ins Literaturverzeichnis wandert.

Suchstring

Trage oben mindestens einen Begriff ein.

ResearchGate / Preprints

Personen statt Titel: wer arbeitet gerade an deinem Thema, welche Preprints und Konferenzbeitraege liegen vor, und wen kannst du direkt um einen Volltext bitten.

Kein Peer Review, keine Vollstaendigkeit, viele Selbstarchivierungen in unklarer Fassung. Zitiere die verlagsseitige Endfassung, nicht das Manuskript.

  • Ueber die Autor:innen der zwei wichtigsten Aufsaetze einsteigen und deren Publikationsliste durchgehen.
  • „Request full-text“ nutzen — eine hoefliche Zeile mit deinem Anliegen reicht meist.
  • Auch SSRN, SocArXiv und OSF pruefen; dort liegen soziologische Preprints oft frueher.
  • Version und Datum notieren: Preprint und Verlagsfassung koennen inhaltlich abweichen.

Suchstring

Trage oben mindestens einen Begriff ein.

3 · Prompt-Coach

Prompt-Coach

Fünf Vorlagen für die weitere KI-Recherche — jede benennt Ziel, Aufgabe, Grenzen und Kontext. Kopieren, anpassen, jede genannte Quelle selbst verifizieren.

Thema zuspitzen

Aus einem breiten Thema fuenf konkurrierende Fragestellungen machen — zur Auswahl, nicht als Vorgabe.

Ziel: Ich will ein Seminararbeitsthema zuspitzen, nicht formuliert bekommen.
Aufgabe: Leite aus dem Thema „[dein Thema]“ fuenf konkurrierende Fragestellungen ab. Nenne zu jeder: den Fall, den Zeitraum, die Vergleichsdimension und das staerkste Gegenargument.
Kontext: Soziologie, Seminararbeit, begrenzte Zeit, Zugang zu einer Universitaetsbibliothek.
Grenzen: Erfinde keine Titel, Autor:innen, Jahre oder DOIs. Nenne nur Suchwege, Zeitschriften, Schlagwoerter und Rechercheorte, die ich selbst pruefen kann. Wenn du etwas nicht sicher weisst, sag es.
Stelle mir eine Rueckfrage, bevor du antwortest.

Suchstrategie bauen

Begriffe in Suchbloecke uebersetzen: Synonyme, Uebersetzungen, engere und weitere Begriffe.

Ziel: eine Recherchestrategie zu „[dein Thema]“.
Aufgabe: Liste zu meinen Begriffen ([deine Begriffe]) je Begriff auf: Synonyme, deutsche und englische Entsprechungen, engere und weitere Begriffe sowie wahrscheinliche Schlagwoerter. Baue daraus je einen Suchstring fuer eine Fachdatenbank (Feldkuerzel, Trunkierung, Nachbarschaft), fuer den Bibliothekskatalog und fuer Google Scholar.
Kontext: Ich habe Zugang zu EBSCO, zum Katalog meiner Bibliothek und zu Scholar.
Grenzen: Erfinde keine Titel, Autor:innen, Jahre oder DOIs. Nenne nur Suchwege, Zeitschriften, Schlagwoerter und Rechercheorte, die ich selbst pruefen kann. Wenn du etwas nicht sicher weisst, sag es.

Forschungsstand kartieren

Die Debattenlinien und ihre Streitpunkte sichtbar machen, bevor du liest.

Ziel: Orientierung in der Debatte zu „[dein Thema]“.
Aufgabe: Beschreibe drei bis vier konkurrierende Positionen dieser Debatte: was sie behaupten, aus welcher Theorielinie sie kommen, was sie NICHT erklaeren und in welchem Publikationstyp ich sie finde. Nenne je Position typische Fachzeitschriften und Suchbegriffe.
Grenzen: Erfinde keine Titel, Autor:innen, Jahre oder DOIs. Nenne nur Suchwege, Zeitschriften, Schlagwoerter und Rechercheorte, die ich selbst pruefen kann. Wenn du etwas nicht sicher weisst, sag es.

Fund pruefen

Einen gefundenen Text handwerklich einordnen, statt ihn nur zu zitieren.

Ziel: einen gefundenen Text einordnen (Abstract und bibliographische Angaben fuege ich unten ein).
Aufgabe: Stelle mir die Fragen, die ein Gutachter stellen wuerde: Fragestellung, Daten und Sample, Methode, Reichweite der Behauptung, Interessenkonflikte, Publikationstyp und Naehe zu meiner Frage. Nenne am Ende die eine Schwaeche, die ich beim Zitieren erwaehnen sollte.
Grenzen: Erfinde keine Titel, Autor:innen, Jahre oder DOIs. Nenne nur Suchwege, Zeitschriften, Schlagwoerter und Rechercheorte, die ich selbst pruefen kann. Wenn du etwas nicht sicher weisst, sag es.

--- Text ---
[Abstract und bibliographische Angaben]

Luecke und Gegenoeffentlichkeit

Die eigene Argumentation gegen ihre staerkste Kritik stellen.

Ziel: meine Argumentation zu „[dein Thema]“ unter Druck setzen.
Aufgabe: Nimm die Rolle der strengsten Gutachterin ein. Nenne den staerksten Einwand gegen meine Argumentationslinie, den Befund, der mich widerlegen wuerde, und den blinden Fleck meiner Literaturauswahl. Ein Einwand, gut begruendet — nicht zehn.
Grenzen: Erfinde keine Titel, Autor:innen, Jahre oder DOIs. Nenne nur Suchwege, Zeitschriften, Schlagwoerter und Rechercheorte, die ich selbst pruefen kann. Wenn du etwas nicht sicher weisst, sag es.

--- meine Argumentation ---
[drei bis fuenf Saetze]

Eigene Prompts baust du im Prompt-Lab